Der Google-informierte Patient

Dr. Google

Online-Recherche von Medizinthemen auf dem Vormarsch

Das Internet ist heute bereits über 20 Jahre alt und jeder, auch Sie und Ihre Patienten, nutzen das World Wide Web, vor allem zur Information zu den vielfältigsten Themen. Als Arzt oder Zahnarzt sehen Sie sich auch deswegen täglich in Terminen mit dem vermeintlich “informierten” Patienten konfrontiert.

Gesundheitsberatung per Google

Ungefähr 1% der täglich 140 Millionen bei Google getätigten Suchanfragen beziehen sich auf die Erforschung von Symptomen und damit verbundenen möglichen Krankheiten. Die Informationen, die der Patient im Netz findet, sind sehr divers, berücksichtigen keine medizinische Vorgeschichte und auch die Zuverlässigkeit und Qualität einer Quelle ist für die Patienten meist nicht ersichtlich. Überspitzt formuliert, wird auf dem einen Medizin-Portal der stechende Kopfschmerz einer harmloseren Verspannung zugeordnet und das nächste informiert den Patienten darüber, an einem lebensbedrohlichen Tumor erkrankt zu sein. Nicht immer kommen die Patientinnen und Patienten mit solch drastischen Selbstdiagnosen in Ihre Arzt- oder Zahnarzt-Praxis, aber mit den dadurch aufkommenden Fragen und dem notwendigen Aufklärungsbedarf müssen Sie sich als Arzt oder Zahnarzt heute täglich in Ihrer Praxis beschäftigen.

Google Suchergebnis stechender Kopfschmerz

Selbstinformation der Patienten wird durchmischt bewertet

Die Bertelsmann Stiftung hat innerhalb ihrer “Gesundheitsmonitor”-Studie eine Online-Umfrage unter 804 Mediziner-Kolleginnen und -Kollegen zum Thema “Informationsbezogene Eigeninitiative” durchgeführt. Die Bewertung der befragten Ärzteschaft zur selbständigen Information der Patienten fällt sehr zwiespältig aus. Einige Aspekte dessen werden positiv bewertet, andere aber auch negativ. Über 80% der befragten Mediziner freuen sich insgesamt oder zumindest teilweise über das Interesse der Patienten an den Gesundheitsthemen. Aber auch über 60% empfinden die durch die Selbstrecherche notwendige Aufklärung als zeitliche Belastung. Auch kritisch werden die Erwartungen und Ansprüche gesehen, die die in Eigenregie des Patienten beschafften Information, schüren – fast 45% sehen sich dadurch bei der Behandlung belastet. Fast ein Drittel meinen zudem, dass Vorinformation des Patienten diesen eher verwirrt und vor allem das Vertrauen der Arzt-Patienten-Kommunikation beeinträchtigt.

Neuer medizinischer Google Service in USA gestartet

Google symptom search mobile

Quelle: Google Blog

Ähnlich unterschiedlich wird von Ärzten und Zahnärzten sicher auch der neueste Vorstoß von Google im Bereich von Gesundheitsinformationen sein. Die Google-Entwickler starteten für die Suchanfragen zu medizinischen Symptomen ein System, das nach eigenen Aussagen helfen soll, sehr viel bessere medizinische Informationen auszugeben. Die oberhalb der organischen Suchergebnisse erscheinenden “symptom cards” zeigen dann für die gesuchten Symptome mögliche Krankheiten an, beschreiben erste Behandlungsmaßnahmen für zu Hause oder empfehlen dem Suchenden einen Arzt aufzusuchen. Zunächst ist dieser Service nur in den mobilen Suchergebnissen der USA verfügbar, aber Google kündigte an, den Service auch in weiteren Ländern und Sprachen anzubieten. An dem Service haben medizinische Experten der Harvard Medical School und Mayo Clinic mitgearbeitet. Zukünftig soll der Algorithmus für diesen Service auch ausgebaut werden, wiederkehrende Symptomsuchen erkennen und auch bewerten. Die Ergebnisse würden im Zeitverlauf, da der Dienst immer mehr über den Nutzer lernt, immer akkurater. Beispielsweise empfiehlt der Dienst einem Suchenden, der sich über Fieber nach einem Tropenaufenthalt informiert, einen Arzt aufzusuchen.

Informationsverhalten der Patienten als Chance sehen

Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, stellt richtigerweise fest “Es ist eine unumkehrbare Entwicklung, dass immer mehr Patienten ihre Krankheitssymptome und die dazugehörigen Therapiemöglichkeiten im Internet recherchieren.” Das ist eine Fakt, demgegenüber Sie sich als Arzt oder Zahnarzt in Ihrem Behandlungsalltag nicht verschließen können. Dies wird sich kurzfristig noch intensiver weiter in diese Richtung entwickeln. Letztlich liegt es also an Ihnen wie Sie dem informierten Patienten begegnen. Nutzen Sie das Internet und das Informationsverhalten der Patientinnen und Patienten als Chance und zum Wohle Ihrer Patienten sowie zu Ihrem Vorteil.

Patienteninformationen online mitgestalten

Patient googelt nach Inforamtionen

Vermutlich stehen auch Sie dem medizinischen Informationsverhalten der Patientinnen und Patienten mit Hilfe von “Dr. Google” zwiegespalten gegenüber. Auf der einen Seite können die Informationen als Grundlage für das Patientengespräch und die Besprechung für die Behandlung dienen. Auf der anderen Seite können online gefundene medizinische Details in die Irre führen und zeitraubenden Aufklärungsbedarf erzeugen. Beides sind Gründe, warum Sie jetzt aktiv werden sollten. Erweitern Sie deshalb Ihre Arzt-Webseite um eigene, korrekte und sinnvolle Informationsangebote. Regen Sie Ihre Patienten an, sich bei medizinischen Fragen am besten mit Ihrer Arzt- oder Zahnarzt-Praxis in Kontakt zu setzen oder Ihre Praxishomepage zu besuchen. So haben Sie die Möglichkeit entsprechend Einfluss auf den Inhalt und den Umfang der Patienteninformation zu nehmen. Setzen Sie außerdem mit Ihren praxiseigenen Inhaltsangeboten auch den neuen sowie fortschreitenden Bemühungen von Google etwas entgegen. Klären Sie Ihre Patienten über das Risiko der Selbstdiagnose auf und weisen Sie proaktiv darauf hin, in welchen Fällen unbedingt Ihre Arzt- oder Zahnarzt-Praxis aufzusuchen ist.

Am Online-Informationswunsch partizipieren

Die Tatsache, dass Patientinnen und Patienten sich online bei Beschwerden über Symptome erkundigen, werden Sie nicht verhindern können. Sie können aber selbst handeln und zur qualitativen und seriösen Patienteninformation beitragen. Nutzen Sie dieses Potential nicht nur für Ihre bestehenden Patienten, sondern auch um mögliche neue Patienten zu erreichen. Bieten Sie relevante, verständliche und sinnvolle Inhalte, die aus Ihrer Perspektive qualitativ und medizinisch verantwortungsvoll informieren und genauso das Patientenbedürfnis befriedigen. Durch den Ausbau Ihrer Praxishomepage mit für die Suchanfragen der bestehenden und potentiellen Neupatienten passenden Inhalten können Sie sich von den Mitbewerbern absetzen und auch das Vertrauensverhältnis Ihrer Arzt-Patienten-Beziehung untermauern.

Wir beraten Sie gerne. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!