Social Media im Praxismarketing richtig einsetzen

Arzt sitzt vor Computer

Grundsätzliches, Tipps und Tricks für Facebook & Co

Die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter oder im professionellen Umfeld Portale wie XING und LinkedIn sind nicht mehr wegzudenken. Die jüngeren Generationen beziehen sogar den Großteil der aktuellen Nachrichten aus den sozialen Medien. Auch Ihre Patientinnen und Patienten sind online und auf Social Media aktiv.

  • Rund 75% der deutschen Internetnutzer ist auf einem sozialen Onlineportal angemeldet
  • Zwei Drittel nutzen die sozialen Medien auch aktiv
  • 92% der 14 – 29-jährigen sind auf einem sozialen Netzwerk angemeldet
  • 49% der aktiven Nutzer greift mobil unterwegs auf die Online-Community zu

(Quelle: BITKOM)

Die sozialen Netzwerke sind also ein ständiger Begleiter in der Online-Welt und nicht mehr wegzudenken. Im Bereich der sozialen Online-Nutzung kommt auch die mobile Nutzung stark zum tragen. Hier gibt es also Synergien zu nutzen.

Relevanz von Social Media für das Online-Praxismarketing

Der Nutzen von Online-Aktivitäten auf Facebook oder Twitter ist auch für Social Media Manager mitunter schwierig zu greifen. Aber im B2C Beziehungen, die auch Ihre Beziehung als Arzt zu Ihren Patientinnen und Patienten darstellt, können Erfolge und sinnvoller Einsatzzweck besser gemessen werden. Beispielsweise kann man in der Neupatientenbefragung erheben, wer über einen Social Media Kanal auf Ihre Arzt- oder Zahnarzt-Praxis aufmerksam geworden ist. Bei einer attraktiven Webseite und einem dazugehörigen aktiven Praxismarketing, können durchaus Werte von bis zu 50% Neupatientengewinnung über den Online-Kanal erreicht werden.

Laut einer Social Media Studie (Social Media Industry Report 2014) nutzen die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken vor allem der Steigerung der Bekanntheit der Unternehmen (92%). Zweitgrößter Nutzen ist die erhöhte Besucherzahl auf der jeweiligen Webseite. Letzteres ist natürlich genau das, was auch Sie sich für Ihre Praxiswebseite wünschen. Denn mehr Besucher bedeutet mehr potentielle neue Patienten.

Eine Strategie für die sozialen Netzwerke als Wegweiser

Ein erster wichtiger Schritt für einen gelungenen Social Media Auftritt ist das gesamte Praxis-Team auf Ihre Seite zu holen und für das Thema zu sensibilisieren. Denn die Facebook-Page Ihrer Praxis muss zum Leben erweckt werden. Wenn dort nur sporadisch oder wochenlang gar nichts passiert, erreichen Sie damit auch niemanden. Deswegen sollte die ganze Praxis ständig die Augen und Ohren für interessante Neuigkeiten offen halten.

Leiten Sie Ihre Social Media Strategie von Ihrer übergeordneten Praxisstrategie ab, denn alles andere wäre kontraproduktiv.

Die Beantwortung der folgenden Fragen kann helfen:

  • Welche Praxisziele haben Sie z.B. im Hinblick auf die Praxisumsätze (GKV, Privatliquidation), Mitarbeiterentwicklung, langfristige Vision?
  • Gibt es abgeleitet aus diesen übergeordneten Zielen auch Teilziele für einzelne Praxisbereiche?
  • Wie können Sie diese Ziele insgesamt und auch im Speziellen mit Ihren Social Media Aktivitäten unterstützen?

Die Umsätze aus Privatliquidation sollen steigen? Dann werden Sie über die Privatleistungen Ihrer Arzt- oder Zahnarztpraxis informieren. Wenn Sie zum Beispiel die Patientenzufriedenheit erhöhen wollen, werden Sie sich vor allem auf die Bekanntmachung Ihrer Services konzentrieren. Sie wollen auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber für qualifiziertes Personal sein? Dann werden Sie Ihre Aktivitäten auch auf Ihre Arbeitgebermarke konzentrieren.

Befolgen Sie außerdem diese einfachen Tipps.

9 Tipps für Ihren Erfolg auf Facebook

1. Eine Facebook-Fanseite und kein -Profil einrichten

Achten Sie darauf, dass Sie auf Facebook eine Fan-Seite für Ihre Arzt- oder Zahnarzt-Praxis einrichten und nicht etwa ein Facebook-Profil. Die Seiten sind auch als Unternehmensseiten gedacht und bieten daher die optimalen Voraussetzungen. Ihre Facebook-Seite kann mit „Gefällt mir“ markiert werden und außerdem stehen Ihnen alle Marketing-Tools von Facebook zur Verfügung. Ein Facebook-Profil für Ihre Praxis anzulegen wäre zudem unprofessionell. Achten Sie beim Namen darauf: diesen können Sie nur ändern, so lange Sie nicht mehr als 200 Fans haben.

2. Informative Facebook-Seite

Besonders Besucher, die noch nicht Fan Ihrer Arzt-oder Zahnarztpraxis bei Facebook sind, sollten sich kurz informieren können, worum es sich bei Ihrer Fanpage handelt. Befüllen Sie deshalb besonders den Bereich „Info“ mit allen relevanten Informationen über die Arzt-Praxis. Investieren Sie hier ruhig ein wenig Zeit in einige Sätze und geben Sie sich nicht mit ein paar Stichworten zufrieden.

3. Regelmäßige Inhalte

Einmal eingerichtet kann es mit der Facebook-Fanpage für Ihre Praxis los gehen. Jetzt ist das A und O, dass Sie eine Strategie entwickelt haben, wie Sie regelmäßige Inhalte veröffentlichen können. Setzen Sie sich zum Beispiel als Ziel zweimal die Woche Neuigkeiten oder Informationen auf Ihrer Facebook-Seite zu teilen. Vielleicht möchte jemand aus dem Praxisteam sich um die Beschaffung und Erstellung der Inhalte kümmern? Grundsätzlich können Sie hiermit auch Agenturen oder Texter beauftragen.

4. Bevorzugen Sie Postings mit Bild

Beiträge mit Bild kommen bei der Facebook-Community besser an und werden häufiger mit „gefällt mir“ belohnt oder geteilt. Das erhöht die Interaktion auf Ihrer Seite und beschert Ihnen weitere Fans. Und Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte und können Ihrer Praxis helfen eine Markenimage aufzubauen.

5. Stellen Sie Fragen

Verbinden Sie mit den Beiträgen immer eine Frage oder starten sie eine Meinungsumfrage. Das regt zur Interaktion an.

6. Interaktion

Interaktion von Seiten der Facebook-Fans ist auf der einen Seite wichtig. Auf der anderen Seite ist aber auch die Aktion von Ihnen als Praxis und Seitenbetreiber wichtig. Antworten und reagieren Sie auch auf Kommentare und Anfragen der Facebook-Fans.

7. Zwischendurch auch mal etwas Persönliches

Bedenken Sie Ihre Fans nicht nur mit Informationen rund um das medizinische oder aktuelle Praxisangebot, sondern werden Sie zwischendurch ruhig auch mal persönlich. Kleine Anekdoten aus dem Praxisalltag oder vielleicht auch eine Pateintengeschichte lockern den Newsfeed ein wenig auf.

8. Keine automatischen Tools verwenden

Für die Veröffentlichung der Inhalte ist in jedem Fall Handarbeit gefragt. Schreiben und veröffentlichen Sie Ihre Beiträge besser selbst und verzichten Sie etwa auf Tools die automatisch aber gänzlich unpersönlich Inhalte für Sie posten. Automatisch neue Blogeinträge der Praxiswebseite ohne eine passende Nachricht dazu zu verfassen, kommt nicht so gut an.

9. Facebook auf der Praxiswebseite integrieren

Integrieren Sie die Facebook-Plugins für die Inhalte auf Ihrer Praxiswebseite. So können Besucher interessante Beiträge wiederum einfacher mit ihren Freunden und Bekannten auf Facebook teilen. Das ist gut für Ihre Praxiswebseite und Sie erreichen so neue Besucher, Fans und potentielle neue Patienten.

Eine sprechende Facebook-URL ab 25 Fans

Haben Sie die Grenze von 25 Fans für die Fanseite Ihrer Arzt- oder Zahnarzt-Praxis erreicht können Sie die Facebook-URL, also die Internetadresse, unter der die Fanseite zu finden ist, ändern. Vorher ist diese sehr lang und enthält einen unschönen Zahlencode. Mit der geänderten URL, der sogenannten Vanity-URL, können Sie Ihre Facebook-Seite leichter teilen oder beispielsweise die Adresse einfacher in neue Printmaterialien mit aufnehmen.

Bemühen Sie sich direkt am Anfang diese Anzahl an Facebook-Fans für Ihre Praxis-Seite zu bekommen. Wenn Sie und das gesamte Praxisteam Freunde, Bekannte und Familie bitten Fan zu werden, sind die 25 notwendigen Fans für Ihre Arzt- oder Zahnarzt-Praxis schnell erreicht. Die Facebook-Adresse Ihrer Fanpage ändern Sie dann wie nachfolgend beschreiben.

  • Loggen Sie sich in den Account für Ihre Facebook-Fanpage der Praxis ein.
  • Gehen Sie auf den „Info“-Bereich
  • Gehen Sie auf das Feld „Internetadresse“
  • Rechts erscheint ein kleines blaues Icon zum bearbeiten
  • Dieses anklicken und über den Button zur Seitenänderung kommen Sie zur Eingabe

ACHTUNG: keine Tippfehler einbauen und den Seitennamen gut überdenken. Er kann nur einmal geändert werden.

  • Den Seitennamen eingeben und die Verfügbarkeit über den Button prüfen
  • Ist er verfügbar, können Sie den Namen bestätigen.